Die Ökologie des Vegetarismus

Seit Jahren achten in Deutschland immer mehr Menschen auf eine gesunde und verantwortungsvolle Ernährung. So wird die Zahl der Vegetarier und Veganer jährlich größer. Doch in anderen Ländern wie beispielsweise Indien steigt der Fleischkonsum parallel zum wachsenden Wohlstand und auch in Amerika steht Fleisch immer noch ganz oben auf dem Speiseplan. Lediglich 4-5% der dortigen Bevölkerung ernährt sich vegetarisch. Doch was würde eigentlich mit der Welt passieren, wenn alle Menschen zu Vegetariern werden würden und die Fleischindustrie nicht mehr gebraucht werden würde?

Zum einen würde der weltweite Wasserverbrauch deutlich sinken. Für ein Kilo Rind werden ca. 15000 l verbraucht, während eine Menge Obst und Gemüse mit demselben Nährwert 5- bzw. 7-mal weniger Wasser benötigt. Gerade in trockenen Gebieten würde das nicht nur enorme Kosten sparen, sondern auch der Umwelt zu Gute kommen.

Ein weiterer ökologischer Nachteil, den der Fleischkonsum mit sich zieht, ist die Nutzung großer Flächen für Monokulturen, um möglichst günstig große Mengen an Futter für die Nutztiere zu gewinnen. Durch Monokulturen wird der Boden sehr stark belastet und ist ohne Dünger nicht mehr zu bewirtschaften. Würde diese Fläche frei werden, Könnte dort die natürliche Diversität greifen und wieder selbsterhaltende Ökosysteme entstehen. Ein solches System würde nicht nur die Böden fruchtbar halten, sondern auch die CO2 Konzentration in der Atmosphäre verringern. Durch Photosynthese sind grüne Pflanzen in der Lage, das Treibhausgas in Sauerstoff umzuwandeln und somit entgegen des Klimawandels zu wirken.

Doch auch die Nutztiere selbst produzieren einen hohen Anteil schädlicher Gase. 15% des weltweit entstehenden Treibhausgases kommen von den Tieren selbst. Der Klimawandel ist also mitunter auch auf den hohen Fleischkonsum der Menschen zurückzuführen. Sollten wir also von heute auf morgen alle zu Vegetariern werden?

Kritiker werden nun zu Recht auf die hohe Anzahl von Arbeitsplätzen hinweisen, die durch die Fleischindustrie bereitgestellt werden. Weltweit betrifft das ungefähr eine Milliarde Menschen. Ein plötzliches Wegbrechen dieser Industrie wäre somit verheerend. Vielmehr wäre es angebracht, schrittweise den Fleischkonsum zu reduzieren, um der Wirtschaft die Möglichkeit der Anpassung zu geben. Des Weiteren sollte zuvor geklärt werden, was eine komplette Nahrungsumstellung auf Dauer für den menschlichen Körper zur Folge haben würde und wie und wo die großen zusätzlichen Mengen an benötigten pflanzlichen Nahrungsmitteln angebaut werden könnten.

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