Die Plenitude Economy

Unsere Welt ist stressig und an vielen Stellen ungerecht. Das Geld reicht vorne und hinten nicht und die Arbeit wächst uns über den Kopf. Nebenbei beuten wir die Umwelt immer mehr aus, sodass die Rohstoffe knapp werden und die Umweltverschmutzung immer weiter zunimmt. Doch was können wir dagegen tun? Das center for a new American dream (https://www.newdream.org/) hat darauf eine klare Antwort: Plenitude Economy. Was das genau ist, erklären sie in einem anschaulichen Video (https://youtu.be/HR-YrD_KB0M). Das Ziel des Konzepts ist es, neue Lösungen und Modelle einer zukunftsfähigen Entwicklung zu präsentieren, die unser Leben der verbessern sollen.

Sowohl in den USA als auch in vielen Ländern Europas ist Arbeitslosigkeit ein großes Thema. Des Weiteren wird der soziale Spalt immer größer – die Reichen werden immer reicher und die Armen immer ärmer. Die Politik reagiert auf diese Entwicklungen mit einer Expansion der Industrie. Doch damit einher geht eine stärkere Belastung der Umwelt und eine höhere Ausbeutung der Ressourcen. Somit ersetzen wir ein Problem mit dem nächsten. Doch das kann nicht die Lösung sein. Nach der Plenitude Economy gibt es einen besseren Weg, bei dem man umweltbewusst agieren und parallel Arbeitsplätze schaffen kann.

Die Grundlage des Konzepts ist es, seine Zeit grundlegend anders zu gestalten. Wir verbringen einen Großteil unseres Lebens auf der Arbeit. Diese hohe Belastung führt zu Stress, Unwohlsein und Krankheiten. Würden wir alle weniger arbeiten, würden mehr Stellen frei sein und wir hätten gleichzeitig mehr Kapazität, uns um wichtigere Dinge zu kümmern. Da wir natürlich auch weniger Geld verdienen würden, würde es sich anbieten, sich mit DIY (do it yourself) Projekten zu beschäftigen. Das ist zum einen umweltfreundlich, fördert unsere kreative Ader und spart jede Menge Geld ein. Ein weiterer Punkt ist das soziale Miteinander. Hat man mehr Freizeit, setzt man sich stärker mit den Nachbarn auseinander und formt eine soziale Gemeinschaft. Es entwickeln sich sharing-Konzepte und man spart Ressourcen, indem man soziales Kapital aufbaut.

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Im Grunde beschreibt das Konzept Plenitude Economy Verantwortung für unseren Lebensstil zu übernehmen und Respekt gegenüber unseren Mitmenschen und der Umwelt zu zeigen, um unser aller Leben besser werden zu lassen.

Hausfrauentipps für Unternehmen

Viele Unternehmen profitieren von Nachhaltigskeitkonzepten. Diese sehen in der Regel recht unterschiedlich aus, dienen aber alle demselben Zweck: In erster Linie verbessert nachhaltiges Handeln den Ruf der Firma oder der Marke bei den Konsumenten. Doch inzwischen achten auch viele Investoren darauf, wie achtsam ein Unternehmen handelt. In den meisten Fällen werden neue Entwicklungen in diesen Bereichen – seien es Produkte oder Techniken – von extra dafür neu eingerichteten Abteilungen entwickelt und geprüft, doch die Ressourcen in den eigenen Reihen bleiben oft ungenutzt.

Was sind das für Ressourcen? Viele Menschen achten in ihrem Privatleben auf Nachhaltigkeit. Sie sind die Konsumenten, die die entwickelten Produkte nutzen, sie auf ihre Tauglichkeit hin testen und aus dem tatsächlichen Gebrauch heraus Kritik und Lösungsvorschläge entwickeln können. Diese Menschen arbeiten mitunter in genau diesen Firmen, die auf Innovationen in der Nachhaltigkeitsfrage angewiesen sind. Doch die Integration von Mitarbeitern als Konsumenten in Nachhaltigkeitsinnovationsprozesse ist in kaum einem Unternehmen vorgesehen. Dabei sind es genau diese Mitarbeiter, die besondere Erfahrungen, Bedürfnisse und Ideen aus ihrem Privatleben mitbringen können. Verschiedenen Untersuchungen zu Folge, ist ein Großteil der Menschen motiviert, eben diese Erfahrungswerte in die Arbeit mit einzubringen und sich daran zu beteiligen, dass Innovationen in ihrem Unternehmen nachhaltiger und zugleich praxistauglicher werden. Würde dies der Fall sein, würde zudem das Selbstwirksamkeitsempfinden der Mitarbeiter gesteigert werden und die Menschen kontinuierlich motivieren, sich weiterhin selbst mit einzubringen. Gleichzeitig reden motivierte Mitarbeiter auch öfter und positiver von ihrer Arbeit, als weniger motivierte. Dies wiederum führt zu einer werbewirksamen Informationskette im privaten Umfeld.

Analysen haben ergeben, dass die Einbindung von Mitarbeitern mit der Größe des Unternehmens zusammenhängen könnte. Je formalisierter die Innovationsstrukturen und je technisch-komplexer die Produkte, desto weniger Spielraum besteht bezüglich der Berücksichtigung privater Erfahrungen und Ideen. Dabei wäre eine systematische und aktive Einbindung der privaten Nachhaltigkeitsorientierung eine kostengünstige Möglichkeit, das Unternehmen voran zu treiben, inklusive der positiven Nebenwirkungen von motivierten Mitarbeitern und kostenloser Werbung.

 

Meditation als Personalmaßnahme

Achtsamkeit ist auch bei großen Firmen wie Google kein unbekanntes Thema mehr. Längst haben Konzerne die Vorteile von meditierenden Angestellten erkannt und bieten nun immer häufiger Workshops, Seminare und Trainigseinheiten für ihre Mitarbeiter an. Dabei richten sich diese Programmpunkte an alle Ebenen, vom Topmanager bis zum kleinen Angestellten und werden von diesen nur zu gerne genutzt. Lange Wartelisten spiegeln eine ungeheure Nachfrage wieder und in manchen Firmen werden speziell für diesen Bereich neue Stellen geschaffen. SAP hat inzwischen beispielsweise eine Position mit dem Titel „Director Global Mindfulness Practice“ eingeführt, um der Nachfrage gerecht zu werden. Doch was bringt Meditation für den beruflichen Erfolg?

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In erster Linie dient die Meditation dazu, sich fallen lassen zu können, um besser zwischen Innen und Außen, zwischen Sinn und Unsinn unterscheiden zu können. Dafür ist es notwendig, über nichts nachzudenken. Selbst auf seine Körperhaltung oder Atmung darf man keine Gedanken richten. Ziel ist es, die Grenzen zwischen dem Ich und dem Rest der Welt aufzulösen und sich vollkommen zu entspannen. Von diesem Punkt ausgehend ist man in der Lage, sich besser zu fokussieren, Emotionen zu kontrollieren und Stress abzubauen. Mit Hilfe von Meditation kann die Kreativität und Problemlösungskompetenz erhöht und das Mitgefühl für andere verstärkt werden. Eine besondere Übung für das Fördern von Empathie ist beispielsweise die Loving-Kindness-Meditation. Bei dieser Übung soll man seinem Übungspartner tief in die Augen schauen und den Satz „May you be loved.“ sagen. Ziel der Übung ist es, zu spüren, dass uns mit allen Menschen mehr verbindet, als uns trennt und sie als vollwertige Menschen wahrzunehmen und zu bestärken. Das stärkt unsere sozialen Bindungen und wir selbst werden glücklicher.

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Meditation soll uns helfen, in der Gegenwart anzukommen, und die Wirklichkeit entspannter zu betrachten. Messungen zeigten einen spürbar positiven Einfluss unter anderem auf das Engagement der Mitarbeiter, das Vertrauen in Führungskräfte und die Anzahl der Fehltage. Somit ermutigen Konzerne wie Google, seine Mitarbeiter schon lange zum kollektiven Meditieren. Um das Ganze nicht so esoterisch klingen zu lassen, spricht man jedoch eher von einem wissenschaftlich basierten „Training für mentale Stärke“.

Die Ökologie des Vegetarismus

Seit Jahren achten in Deutschland immer mehr Menschen auf eine gesunde und verantwortungsvolle Ernährung. So wird die Zahl der Vegetarier und Veganer jährlich größer. Doch in anderen Ländern wie beispielsweise Indien steigt der Fleischkonsum parallel zum wachsenden Wohlstand und auch in Amerika steht Fleisch immer noch ganz oben auf dem Speiseplan. Lediglich 4-5% der dortigen Bevölkerung ernährt sich vegetarisch. Doch was würde eigentlich mit der Welt passieren, wenn alle Menschen zu Vegetariern werden würden und die Fleischindustrie nicht mehr gebraucht werden würde?

Zum einen würde der weltweite Wasserverbrauch deutlich sinken. Für ein Kilo Rind werden ca. 15000 l verbraucht, während eine Menge Obst und Gemüse mit demselben Nährwert 5- bzw. 7-mal weniger Wasser benötigt. Gerade in trockenen Gebieten würde das nicht nur enorme Kosten sparen, sondern auch der Umwelt zu Gute kommen.

Ein weiterer ökologischer Nachteil, den der Fleischkonsum mit sich zieht, ist die Nutzung großer Flächen für Monokulturen, um möglichst günstig große Mengen an Futter für die Nutztiere zu gewinnen. Durch Monokulturen wird der Boden sehr stark belastet und ist ohne Dünger nicht mehr zu bewirtschaften. Würde diese Fläche frei werden, Könnte dort die natürliche Diversität greifen und wieder selbsterhaltende Ökosysteme entstehen. Ein solches System würde nicht nur die Böden fruchtbar halten, sondern auch die CO2 Konzentration in der Atmosphäre verringern. Durch Photosynthese sind grüne Pflanzen in der Lage, das Treibhausgas in Sauerstoff umzuwandeln und somit entgegen des Klimawandels zu wirken.

Doch auch die Nutztiere selbst produzieren einen hohen Anteil schädlicher Gase. 15% des weltweit entstehenden Treibhausgases kommen von den Tieren selbst. Der Klimawandel ist also mitunter auch auf den hohen Fleischkonsum der Menschen zurückzuführen. Sollten wir also von heute auf morgen alle zu Vegetariern werden?

Kritiker werden nun zu Recht auf die hohe Anzahl von Arbeitsplätzen hinweisen, die durch die Fleischindustrie bereitgestellt werden. Weltweit betrifft das ungefähr eine Milliarde Menschen. Ein plötzliches Wegbrechen dieser Industrie wäre somit verheerend. Vielmehr wäre es angebracht, schrittweise den Fleischkonsum zu reduzieren, um der Wirtschaft die Möglichkeit der Anpassung zu geben. Des Weiteren sollte zuvor geklärt werden, was eine komplette Nahrungsumstellung auf Dauer für den menschlichen Körper zur Folge haben würde und wie und wo die großen zusätzlichen Mengen an benötigten pflanzlichen Nahrungsmitteln angebaut werden könnten.

Die Wirkung von Meditation auf Beziehungen

Wir kennen Meditation als weit verbreitete Technik, um zu lernen sich zu fokussieren und Ruhe und Gelassenheit in das eigene Leben zu bringen. Man beschäftigt sich in erster Linie mit sich selbst, seinem eigenen Erleben und Befinden und der emotionalen Situation, in der man gerade steckt. Daraus könnte man schließen, dass man mit Meditation ausschließlich etwas für sich selber tut. Doch anscheinend ist das zu kurz gedacht. Laut Emma Seppälä, der Wissenschaftsdirektorin des Center for Compassion and Altruism Research and Education der Stanford University ist Meditation nicht nur gut für unser eigenes Wohlbefinden, sondern wirkt sich zudem positiv auf unsere Beziehungen aus:

In erster Linie dienen Meditationspraktiken dazu Stress abzubauen. Stress macht uns zu egoistischen Wesen. In der heutigen, schnelllebigen Welt glückt es uns meist nicht, diesen nach Feierabend abzuschütteln, sodass wir ihn abends mit nach Hause nehmen. Wenn wir gestresst sind, muss somit der Partner oft darunter leiden. Wir regen uns viel leichter über Kleinigkeiten auf und sind unausgeglichen, obwohl wir wissen, dass die Quelle dieser Unzufriedenheit ganz woanders liegt. Dies kann auf Dauer zu einer Distanzierung der Partner führen. Doch wenn wir in der Lage sind, den Stress durch Meditation abzubauen, entstehen weniger Spannungen in der Partnerschaft und die Beziehung bleibt stabil.

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Des Weiteren kann man mit Meditation die Empathiefähigkeit trainieren. Sind wir empathischer, fühlen wir uns anderen Menschen gegenüber näher und begegnen ihnen auf einer anderen Ebene. Wir sind in der Lage tiefere Bindungen einzugehen und diese besser zu pflegen, was zu generell zu stabileren, zwischenmenschlichen Beziehungen führt.

Ein dritter Effekt von Meditation ist die Steigerung der eigenen Zufriedenheit und das Entwickeln einer positiven Sichtweise auf die Welt. Wenn wir glücklich sind, wirken wir ganz anders auf unsere Umwelt, als wenn wir unter Stress stehen. Es macht uns sowohl sympathischer, als auch leistungsfähiger und fördert die Attraktivität. Es fällt uns in diesem Zustand wesentlich leichter, neue Menschen kennenzulernen und schon vorhandene Beziehungen aufrecht zu erhalten.

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Mit Meditation kann man somit laut Seppälä nicht nur sich selbst stärken, sondern auch seine sozialen Bindungen und sich zu einem rundum glücklichen Menschen machen.

Kursbuch Wirkung

Das unabhängige und gemeinnützige Analyse- und Beratungsinstitut für wirkungsvolles gesellschaftliches Engagement PHINEO hat in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung das Kursbuch Wirkung herausgebracht. Das Kooperationsprojekt stellt einen praxisbezogenen Leitfaden dar, der einen niedrigschwelligen Einstieg in das Thema „Wirkungsorientierung“ bieten soll. Dabei liegt der Fokus darin, gemeinnützigen Organisationen und Projekten die Wichtigkeit des Themas „Wirksamkeit“ aufzuzeigen, sie zu motivieren, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und ihnen eine einfache Anleitung zu bieten, ihre Wirkungsweise zu optimieren. Doch was bedeutet das eigentlich konkret und wozu nutz es, Energie in eine solche Thematik zu stecken? Wirkungsmessung ist eine Methode, eine optimale Nutzung der vorhandenen Ressourcen zu erreichen, um das Ziel eines Projekts möglichst weitreichend zu erfüllen. Das Kooperationsteam hat das Ganze in einem kurzen Video erläutert (https://youtu.be/olriwc87IYk). Ausführlich wird das Thema im Kursbuch selbst behandelt. „Das Praxishandbuch für alle, die Gutes noch besser tun wollen.“ lautet das Motto, unter dem das Thema Wirksamkeitsorientierung mit Hilfe vieler anschaulicher Beispiele und Grafiken behandelt wird. Das Praxisbuch ist dabei leicht verständlich verfasst und übersichtlich strukturiert worden, sodass auch Menschen ohne spezifische Vorkenntnisse die Inhalte verstehen und problemlos umsetzen können. Die drei Hauptschritte „Wirkung planen“, „Wirkung analysieren“ und „Wirkung verbessern“ werden einzeln thematisiert. Dabei werden alltagstaugliche Instrumente wie beispielsweise Checklisten zur Verfügung gestellt und jede Menge Tipps zu den einzelnen Punkten gegeben, um den Nutzern die Möglichkeit zu geben, ihre Projekte strukturiert wirkungsorientiert planen und umzusetzen zu können. Zu Beginn stehen die Fragen:  Was soll das Projekt bewirken? Wen soll es erreichen? Und welche Veränderungen soll es bei der Zielgruppe auslösen? Schritt für Schritt wird anschließend dabei geholfen, Wirkungsorientierung in den oft hektischen Projekt-Alltag zu integrieren. Das Buch ist inzwischen in verschiedenen Sprachen erhältlich und wird allen Interessenten kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Download Kursbuch:

http://www.phineo.org/fileadmin/phineo/2_Publikationen/Kursbuch/PHINEO_KURSBUCH_WIRKUNG_high.pdf

Checklisten und Vorlagen

http://www.phineo.org/fileadmin/phineo/2_Publikationen/Kursbuch/PHINEO_KURSBUCH_WIRKUNG_Arbeitsvorlagen.pdf

Social Impact Measurement

Es gibt unzählige gemeinnützige Projekte, die ihren Teil dazu beitragen wollen, die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen. Hinter der Arbeit im sozialen Bereich steht dabei immer der Traum, ein bestimmtes gesellschaftliches Problem zu lösen. Doch oftmals scheitern solche Projekte daran, dass aufs Geratewohl Maßnahmen ergriffen werden die im ersten Moment logisch erscheinen, jedoch ohne vorher zu prüfen, ob diese überhaupt in gewünschtem Maße zum Ziel führen. Um solchen Problemen vorzubeugen, gibt es die sogenannte soziale Wirkungsmessung, auch Social Impact Measurement (SIM) genannt. Mit Hilfe dieser Methode lässt sich bestimmen, ob man mit seinem Projekt das gesteckte Ziel realistischer Weise erreichen kann und an welchen Stellschrauben sich  die Ergebnisse optimieren lassen. Des Weiteren lernt man mit Hilfe der SIM verstehen, welche Maßnahmen in welchem Grad zu der gewünschten Wirkung des Projekts auf die entsprechende Zielgruppe beitragen und welche unnötig sind. Doch die SIM bedeutet einen zeitlichen Mehraufwand und steht damit in Konkurrenz zur eigentlichen Projektarbeit. Berechtigter Weise fragen sich somit viele Projektleiter, ob sich der Aufwand dafür lohnt. Die Antwort ist JA!

Social Impact Measurement hilft dabei, die Effekte des eigenen Projekts auf die Zielgruppe empirisch nachzuweisen. So hat man die Möglichkeit, mit Hilfe fundierter Analysen Mitarbeiter, Geldgeber und Spender davon zu überzeugen, dass das Konzept zu einer besseren Welt beiträgt. Das fördert einerseits die Motivation auf Mitarbeiterseite, andererseits die Höhe der Investitionen, die von außen in das Projekt getätigt werden. Gleichzeitig liefert die SIM Ergebnisse, mit denen man seine eigene Arbeit optimieren kann. Mit sozialer Wirkungsmessung investiert man somit in die Qualität der Projektarbeit und in die Zukunft der ganzen Organisation.

Doch wie funktioniert das Ganze? Social Impact Measurement besteht aus drei Schritten. Zunächst ist es wichtig, die Ziele der Arbeit konkret zu formulieren. Dabei ist es wichtig diese realistisch zu stecken und eine Operationalisierung sowie einen Zeitplan mit zu berücksichtigen. Steht dieses Konzept, folgt die Entwicklung einer Wirkungskette. Hierbei werden konkrete Aktivitäten, deren direkte Auswirkungen und die Auswirkungen auf das Hauptziel aufgeführt. Die Wirkungskette zeigt, wie alle Aktivitäten, Produkte, Services und Investitionen mit dem übergeordneten Ziel verbunden sind. Das Ergebnis dieser Aufstellung ist eine theoretische Annahme, mit der man Kosten und Nutzen in Relation setzen und somit die Tauglichkeit einzelner Punkte überprüfen kann. Der letzte Schritt einer SIM ist die Überprüft der Wirkungsstrategie mit eigenen Daten, um aus den Erfolgen und Fehlern zu lernen. Damit dieses möglich ist, ist es wichtig Maße einzuführen, mit denen man das gesetzte Ziel beziffern kann. Diese könnten zum Beispiel Bewertungen, Höhe von Spenden oder die Anzahl geretteter Tiere sein. Mit Hilfe dieser Daten ist es nun möglich, die gesellschaftlichen Folgen der Projekt-, Unternehmens- oder Organisationsarbeit zu erfassen und anhand der gesteckten Ziele zu überprüfen. Dies bewirkt neben einer effizienteren Arbeitsweise einen gestärkten Zusammenhalt im Team und eine gute Grundlage für die Förderer des Projekts.

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Beispiel einer Wirkungskette gegen Simsen beim Autofahren.

http://www.trendradar.org/de/analyse/social-impact-measurement-ueberzeugend-die-wirkung-eines-sozialen-projektes-nachweisen/

 

Künstliche Intelligenz – Hilfe oder Bedrohung

Künstliche Intelligenz, kurz KI ist seit Jahren in aller Munde. Hollywood bringt regelmäßig Blockbuster heraus, die Roboter als Feinde der Menschheit darstellen indem sie die Herrschaft an sich reißen wollen. Doch ist künstliche Intelligenz wirklich so gefährlich, oder ist sie eine Technologie, die uns das Leben erleichtert?

Um diese Frage zu beantworten ist es zunächst einmal wichtig, eine Definition des Begriffs zu finden. In der Wissenschaft wurde sich darauf geeinigt, dass ein System als KI bezeichnet wird, wenn es in der Lange ist, intelligentes Verhalten zu simulieren. Konkret bedeutet das, dass ein System ein Problem oder eine Aufgabe basierend auf vorprogrammierten Regeln und ohne Hilfe von außen effizient lösen kann. Dabei ist kaum ein System dem Menschen als Gesamtheit nachempfunden. Die meisten Systeme sind für eine spezielle Aufgabe konstruiert worden, um uns unangenehme Aufgaben abzunehmen, Arbeitsabläufe zu optimieren oder unser Leben angenehmer zu gestalten. Der Markt für KI-Systeme ist riesig. Google, Facebook, Amazon und Microsoft beispielsweise investieren Unsummen in die Erforschung und Weiterentwicklung künstlicher Intelligenzen. Doch wo haben wir bereits im Alltag mit solchen Technologien zu tun?

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Egal ob Spracherkennung, Navigationssysteme oder Textvervollständigung, all diese Systeme sind in der Lage Daten zu analysieren und eigenständig eine optimale Lösung zu finden. Per Definition handelt es sich hierbei somit um künstliche Intelligenz. Doch was ist mit Systemen, die eigenständig dazu lernen können? Programme wie beispielsweise Siri sind in der Lage, Daten, die sie empfangen, auszuwerten und eigenständig Muster zu erkennen, die ihr Verständnis erweitern. Sie sind in der Lange, ihr eigenes System zu optimieren und anzupassen. Deep learning nennt sich dieser Vorgang und scheint eine enorme Leistungssteigerung nach sich zu ziehen. Der Schachcomputer AlphaGo hat genau das bewiesen. Eine vorherige Programmierung aller möglichen Spielzüge hätte die Speicherkapazität bei Weitem überschritten, doch auf Grund einer Datenanalyse vergangener Schachpartien, war AlphaGo in der Lage, seine Züge so zu berechnen, dass er den besten Schachspieler der Welt schlagen konnte.

Virtual Interactive Kinetic Intelligence (V.I.K.I.). aus „I, Robot“

Mit dem rasanten technischen Fortschritt wächst die Angst, dass sich diese Systeme in Zukunft nicht nur eigenständig an- und ausschalten werden, sondern den Menschen in seiner kognitiven Leistung überholen und zu einer Gefahr werden könnten. Doch ein bewusstes Handeln wie bei uns Menschen ist selbst bei der hochentwickeltsten Technologie nicht möglich. Das einzige wovor wir Angst haben müssen ist ein Missbrauch dieser Systeme, denn nicht die Maschine stellt eine Gefahr für uns dar, sondern der Mensch selbst.

ICT in der Flüchtlingskrise

Die Welt digitalisiert immer mehr. Fast jeder besitzt Laptops und Smartphones und ohne Emailverkehr würde nichts mehr laufen. Probleme werden in den meisten Fällen digital gelöst und es kommen jeden Tag neue Technologien auf den Markt, die uns das Leben erleichtern sollen. Da ist es kein Wunder, dass auch in der Flüchtlingshilfe neue, digitale Technologien verwendet werden. Sie werden im Allgemeinen als ICT (information communication technology) bezeichnet und sollen Flüchtlingen auf ihrer Reise Unterstützung und Orientierung liefern. Doch was bringen diese Systeme wirklich und in wie weit werden sie von den Betroffenen genutzt?

Mit dieser Frage hat sich eine Feldstudie im Auftrag von BMZ und GIZ beschäftigt, deren Ergebnisse unter dem Titel ICT4Refugees – A report on the emerging landscape of digital responses to the refugee crisis im Frühjahr 2016 publiziert worden sind (http://www.betterplace-lab.org/wp-content/uploads/ICT4Refugees-Report.pdf). Das Ziel der Studie war sowohl die Seite der Entwickler und Projekte, als auch die Seite der Flüchtlinge zu verstehen und die Effektivität der ICT zu prüfen, sowie eventuelle Bedarfslücken aufzudecken. Dabei stand vor allem der „Reality-Check“, das heißt, der tatsächliche Grad der möglichen Anwendungen einzelner Angebote im Vordergrund. Die Autoren führte dazu Interviews in drei verschiedenen Ländern (Jordanien, Türkei, Griechenland) durch und erstellte eine Auflistung der ortsspezifischen Parameter.

Das Feld der Entwickler und Projekte setzte sich sowohl aus schon vorher in diesem Bereich etablierten, als auch völlig neuen Gruppierungen zusammen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Projektentwicklung war jedoch in beiden Fällen ein vorhandenes und realistisches Verständnis für die Bedürfnisse der Flüchtlinge. Es stellte sich heraus, dass es eine hohe Nutzungsrate von Smartphones unter allen Flüchtlingen in allen drei Gebieten gibt. Emails hingegen werden weniger bis gar nicht zur Kommunikation verwendet. Den meisten Flüchtenden war besonders die Sicherheit der Kommunikation besonders wichtig, sodass fast alle befragten Menschen ihre Informationen aus vertrauensvollen Whatsapp- oder Facebook-Gruppen bezogen. Aus diesem Grund empfehlen die Autoren in erster Linie keine neuen Apps und ICT Software zu entwickeln, sondern mit dem zu arbeiten, was schon vorhanden ist, bestehende Programme anzupassen und zu verbessern. Des Weiteren wäre ein Zugang zu solchen Programmen über WhatsApp oder Facebook, der die Angebote eher zu den Bedürftigen bringen kann, sowie eine vereinfachte Bedienung von Vorteil. Ein wichtiger Punkt für viele Betroffene ist der Datenschutz. Viele User haben Angst, dass wenn ihre persönlichen Daten in falsche Hände geraten. Bewusstsein und Expertise beim verantwortungsvollen Umgang mit Daten wird als sehr wichtig herausgestellt. Auf Seiten der vielen unterschiedlichen Projekte ist es ratsam, den Austausch und die Zusammenarbeit zu fördern, um optimal auf die Bedürfnisse der Flüchtlinge eingehen zu können. Zusammen können große und kleine sowie neue und etablierte Unternehmen die bestmögliche Hilfestellung liefern.

 

Die Schattenseiten der Achtsamkeit

Mit Meditation verbinden wir in der Regel ausschließlich positive Aspekte. Wir stellen uns friedliche Mönche, oder eine junge Frau im Park auf ihrer Yogamatte vor, die durch ihr Meditieren innere Ruhe finden und daraus neue Energie ziehen, um mit einem aufgeschlossenen Bewusstsein ihrer Umwelt gegenüber zu treten. Doch es gibt inzwischen eine große Anzahl an Menschen, die dieses Konzept für sich neu interpretiert haben und es für fragwürdige Zwecke missbrauchen. Mit Meditation können wir unser Inneres fokussieren und unsere Gefühlswelt lenken. Das Konzept ist eng verbunden mit ethischen Aspekten, die einen respektvollen Umgang mit sich selbst und der Umwelt zur Grundlage haben. Ein Ziel der Meditation war von Anfang an die Verstärkung unserer eigenen Empathie, die zusammen mit einer inneren Stärkung die zwei Säulen der Achtsamkeit bildet. Doch wenn wir in der Lage sind, unsere Emotionalität nach außen hin zu öffnen, sind wir ebenso in der Lage, sie zu verschließen und unsere Gefühle auszuschalten. So ist es möglich, sich selbst abzuhärten und in stressigen Situationen die Ruhe zu bewahren. Besonders wichtig sind diese Eigenschaften in der leistungsorientierten Wirtschaft. Immer mehr Topmanager meditieren beispielsweise, um ihre geistige Leistungskraft zu stärken. Dabei ist das primäre Ziel, körperlich und geistig fit zu bleiben, um unter höchsten Anforderungen und hohem Druck möglichst viel leisten zu können. Doch dieser Zwang zur Selbstoptimierung lässt die Mitarbeiter in der Regel auf der Strecke bleiben, da jegliche Menschlichkeit ausgeschaltet wird, um möglichst optimal zu funktionieren. Wer Meditation allein dazu nutzen will, um die eigene Leistung zu steigern, gefährdet damit sich und andere.

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Inzwischen wird Achtsamkeit von vielen großen Firmen gefördert. Sie bieten ihren Mitarbeitern Kurse an, in denen die oberste Prämisse ist, die eigene Leistung möglichst effektiv zu steigern. Der Markt für Achtsamkeit hat sich dabei in den letzten Jahren um ein Vielfaches vergrößert. Inzwischen hat sich mit themenbezogener Musik, Apps, Büchern und Videos ein Millionenmarkt entwickelt, der gerade von stark unter Druck stehenden Personen bereitwillig genutzt wird. Für Kurse effektiver Meditationstechniken beispielsweise, stehen Manager aus aller Welt Schlange. Im Grunde ist es wie Doping für das Gehirn – zieht man nicht mit, kann die eigene Leistung nicht mehr mit der der anderen mithalten und man bricht unter dem Druck zusammen. Inzwischen wird beispielsweise die sogenannte Mindfulness-based Stress Reduction (MBSR) von gesetzlichen Krankenkassen als Präventionsmaßnahme anerkannt. Doch schaden wir damit unserer Gesellschaft nicht mehr, als das wir sie fördern, wenn wir Konzepte, wie die Achtsamkeit, zweckentfremden und die Menschlichkeit aus unserem Alltag streichen, um wie Maschinen zu funktionieren?